Sowohl Rundfunk als auch Streaming liefern Videoinhalte an das Publikum, basieren jedoch auf grundlegend unterschiedlichen Verbreitungsmodellen.
Beim herkömmlichen Rundfunk wird dasselbe geplante Programm über Systeme wie terrestrisches Fernsehen, Satellit oder Kabel an ein breites Publikum ausgestrahlt. Beim Streaming werden Videos über IP-Netzwerke übertragen, sodass Zuschauer über vernetzte Fernseher, Smartphones, Computer, Tablets und Streaming-Geräte auf die Inhalte zugreifen können.
Für Rundfunkanstalten, Medienunternehmen, Sportorganisationen und OTT-Anbieter geht es bei dieser Unterscheidung nicht mehr nur um Technologie. Sie wirkt sich auf die Verbreitung von Inhalten, die Reichweite, die Infrastruktur, die Monetarisierung, die Personalisierung, die Analyse sowie darauf aus, wie viel Kontrolle ein Unternehmen über das Seherlebnis hat.
In diesem Leitfaden werden Rundfunk und Streaming in den Bereichen verglichen, die bei der Entscheidung über die heutige Verbreitung von Videoinhalten am wichtigsten sind.
Was ist Rundfunk?
Der Rundfunk ist ein Modell zur Verbreitung von Inhalten nach dem Prinzip „Einer-zu-Viele“, bei dem ein Fernseh- oder Radiosignal an ein großes Publikum übertragen wird.
Im Fernsehen verbreiten Sender Inhalte in der Regel über:
Terrestrische Übertragung
Satellit
Kabelnetze
Digitales terrestrisches Fernsehen
Sonstige verwaltete Vertriebsnetze
Der Sender legt das Programm fest. Die Zuschauer sehen in der Regel das, was zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgestrahlt wird.
Beispielsweise kann ein Fernsehsender ein Fußballspiel live um 20:00 Uhr ansetzen. Der Sender überträgt diese Sendung an sein Vertriebsnetz, und die Zuschauer schalten den Sender ein, um sie anzusehen.
Das charakteristische Merkmal ist die planmäßige lineare Bereitstellung.
Die Zuschauer erhalten denselben programmierten Sendestrom, auch wenn regionale Sendeströme, Werbespots und lokalisierte Sendungen voneinander abweichen können.
Was ist Streaming?
Beim Streaming werden Videos als Daten über ein IP-Netzwerk übertragen und nicht über ein herkömmliches Rundfunksystem.
Anstatt einen festen Fernsehsender einzustellen, greifen die Zuschauer über eine App, eine Website, eine Connected-TV-Plattform oder ein Streaming-Gerät auf Inhalte zu.
Streaming kann verschiedene Wiedergabemodelle unterstützen, darunter:
Live-Streaming
Video-on-Demand (VOD)
TV-Nachholprogramm
Zeitversetztes Fernsehen
FAST-Kanäle
Streaming im Abonnement
Transaktionsvideo
Werbefinanziertes Streaming
Eine Streaming-Plattform kann daher innerhalb desselben Dienstes sowohl Programme mit festen Sendezeiten als auch On-Demand-Bibliotheken kombinieren.
Diese Flexibilität ist einer der größten Unterschiede zwischen Streaming und herkömmlichem Rundfunk.
Fernsehen vs. Streaming: Auf einen Blick
Faktor | Rundfunk | Streaming |
Erstlieferung | Terrestrisch, Satellit, Kabel | Internet-/IP-Netzwerke |
Modell anzeigen | Vorwiegend linear | Live, VOD, Nachholangebote, zeitversetztes Fernsehen |
Zielgruppe | Ein breites geografisches Publikum | Globales oder spezifisches Zielpublikum |
Programmierung | Fester Zeitplan | Programm + On-Demand |
Internetverbindung erforderlich | Normalerweise nicht | Ja |
Geräteflexibilität | Vor allem Fernsehen | Fernseher, Mobilgeräte, Internet, Tablets, Streaming-Geräte |
Personalisierung | Begrenzt | Umfangreich |
Zuschaueranalyse | Eingeschränkter | Detaillierte Echtzeit-Analysen |
Inhaltssuche | Sender-/Programmübersicht | Suche, Empfehlungen, Kategorien |
Werbung | In erster Linie geplant | Dynamische und zielgerichtete Optionen |
Interaktivität | Begrenzt | Hoch |
Verteilungssteuerung | Häufig abhängig von der Netzwerkinfrastruktur | Mehr Kontrolle auf Plattformebene |
Skalierbarkeit | Starke Präsenz im Sendegebiet | Abhängig von der Internet-/CDN-Infrastruktur |
Zeitverschiebung | Traditionell begrenzt | Native Funktion |
Monetarisierung | Werbung, Beförderung, Abonnement | SVOD, AVOD, TVOD, FAST, Hybrid |
Weltweiter Vertrieb | Erfordert Vertriebsvereinbarungen/Infrastruktur | Internetgestützte globale Expansion |
Die Unterschiede werden deutlicher, wenn man jedes Modell aus technischer und betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet.
1. So funktioniert das Vertriebsmodell
Der grundlegendste Unterschied besteht darin, wie die Inhalte den Zuschauer erreichen.
Rundfunk
Ein Sender erstellt einen Programm-Feed und verbreitet ihn über ein Rundfunknetz.
Dasselbe Signal kann gleichzeitig Tausende oder Millionen von Zuschauern erreichen. Im herkömmlichen Rundfunkmodell muss das Netzwerk nicht für jeden einzelnen Zuschauer eine eigene Videoübertragungssitzung einrichten.
Dadurch eignet sich die Ausstrahlung besonders gut für die gleichzeitige Nutzung durch eine große Zuschauerzahl.
Ein großes Sportereignis ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn Millionen von Haushalten dieselbe Fernsehsendung verfolgen, überträgt der Sender ein einziges Sendesignal über seine Netzwerkinfrastruktur.
Streaming
Beim Streaming werden IP-Netzwerke genutzt, um Inhalte an einzelne Geräte zu übertragen.
Ein Zuschauer fordert über eine App oder eine Website einen Live-Kanal oder ein Video an. Die Streaming-Plattform verarbeitet das gewünschte Video und verteilt es über Server und die Infrastruktur zur Bereitstellung von Inhalten.
Für große Streaming-Zielgruppen verteilen CDNs Inhalte auf geografisch verteilte Edge-Standorte, um die Latenz zu verringern und die Übertragungsleistung zu verbessern.
Das Ergebnis ist ein deutlich individuelleres Bereitstellungsmodell.
Broadcasting ist grundsätzlich übertragungsorientiert. Streaming ist grundsätzlich netzwerk- und anforderungsorientiert.
2. Lineare Programmierung vs. bedarfsorientierter Zugriff
Das Fernsehen orientiert sich traditionell an einem Sendeplan.
Ein Zuschauer, der sich eine Sendung ansehen möchte, muss wissen, wann diese ausgestrahlt wird.
Streaming verändert diese Beziehung.
Ein Streaming-Dienst kann Nutzern ermöglichen, Folgendes anzusehen:
Ein Live-Kanal
Eine Sendung, die bereits ausgestrahlt wurde
Eine ganze Saison
Eine Aufzeichnung einer Live-Veranstaltung
Kurzform-Inhalte
Zuvor aufgezeichnete Sendungen
Dies bietet einen großen Vorteil für Zuschauer, die sich nicht an einen festen Sendeplan halten können.
Das Streaming macht das lineare Fernsehen jedoch nicht überflüssig.
Viele moderne OTT-Plattformen betreiben Live-Kanäle, die sich ähnlich wie herkömmliche Fernsehkanäle verhalten. Der Unterschied besteht darin, dass diese Kanäle über IP statt über die herkömmliche Rundfunkinfrastruktur übertragen werden.
Dies ist besonders wichtig für Rundfunkanbieter, die auf OTT umsteigen: Streaming kann den linearen Fernsehbetrieb ergänzen, anstatt ihn vollständig zu ersetzen.
3. Reichweite und geografische Verteilung
Der traditionelle Rundfunk ist eng mit der physischen Infrastruktur und der geografischen Reichweite verbunden.
Ein terrestrischer Sender benötigt beispielsweise eine Sendeinfrastruktur, mit der er sein angestrebtes Sendegebiet abdecken kann. Satelliten- und Kabelübertragung können die Reichweite zwar vergrößern, erfordern aber dennoch Verteilungsnetze und kommerzielle Vereinbarungen.
Streaming verändert die geografischen Gegebenheiten.
Eine Plattform, die über die entsprechenden Rechte, die erforderliche Infrastruktur und die gesetzlichen Genehmigungen verfügt, kann Inhalte über das Internet in mehreren Ländern verfügbar machen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Streaming-Dienst automatisch weltweit verfügbar ist.
Die Lizenzierung von Inhalten, regionale Rechte, Zensurvorschriften, Zahlungssysteme, lokale Vorschriften und die Qualität der Infrastruktur können die Verfügbarkeit nach wie vor einschränken.
Dennoch ermöglicht Streaming im Allgemeinen eine flexiblere geografische Expansion.
4. Gerätekompatibilität
Das traditionelle Rundfunkwesen war in erster Linie auf das Fernsehgerät ausgerichtet.
Streaming ist von Natur aus geräteübergreifend.
Ein einzelner OTT-Dienst kann potenziell dieselben Inhalte an folgende Zielgruppen bereitstellen:
Smart-TVs
Android-TV-Geräte
Apple TV
Fire TV
Roku
Smartphones
Tabletten
Desktop-Browser
Spielkonsolen
Dies verschafft einen erheblichen strategischen Vorteil.
Der Fernseher ist nicht mehr der einzige Bildschirm, über den ein Medienunternehmen sein Publikum erreichen kann.
Für OTT-Anbieter bringt die Unterstützung mehrerer Plattformen jedoch auch zusätzliche technische Anforderungen mit sich. Die Anwendungen müssen für verschiedene Betriebssysteme, Bildschirmgrößen, Eingabemethoden, Hardware-Fähigkeiten und App-Store-Anforderungen optimiert sein.
5. Steuerung des Viewers
Beim Fernsehen haben die Zuschauer traditionell nur begrenzte Möglichkeiten, die Wiedergabe zu steuern.
Sie können die Kanäle wechseln, die Lautstärke regeln oder einen DVR nutzen, sofern einer vorhanden ist, doch der zugrunde liegende Sendeplan bleibt unverändert.
Streaming kann deutlich mehr Kontrolle bieten.
Je nach Plattform haben Zuschauer folgende Möglichkeiten:
Pause
Lebenslauf
Zurückspulen
Schnellvorlauf
Live-Programme neu starten
Inhalte zum Nachholen ansehen
Verschiedene Episoden auswählen
Auf verschiedenen Geräten weiter ansehen
Funktionen wie „Catch-up-TV“ und „Von vorne starten“ können dazu führen, dass sich ein Live-Streaming-Dienst deutlich flexibler anfühlt als herkömmliches lineares Fernsehen.
6. Personalisierung und Empfehlungen
Der Rundfunk bietet in der Regel einem breiten Publikum das gleiche Programmangebot.
Streaming-Plattformen können die Benutzeroberfläche und das Inhaltserlebnis für einzelne Nutzer individuell anpassen.
Ein Streaming-Dienst kann beispielsweise das Nutzungsverhalten nutzen, um Folgendes zu beeinflussen:
Empfohlene Inhalte
Zeilen „Weiter ansehen“
Genre-Kategorien
Suchergebnisse
Werbebanner
Individuell gestaltete Startseiten
Dadurch ergibt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen der Verbreitung von Inhalten und der Entdeckung von Inhalten.
Im Rundfunk bestimmt das Programmangebot weitgehend, was der Zuschauer zu sehen bekommt.
Beim Streaming wird die Benutzeroberfläche der Plattform zu einem Teil des Seherlebnisses.
Für OTT-Unternehmen bietet dies die Möglichkeit, Metadaten zu Inhalten, Nutzungsanalysen, Empfehlungssysteme und Nutzersegmentierung zu nutzen, um die Nutzerinteraktion zu verbessern.
7. Analysen und Reichweitenmessung
Einer der größten Vorteile des Streamings ist die Menge an Verhaltensdaten, die erfasst werden kann.
Die herkömmliche Fernsehmessung stützt sich häufig auf Stichproben, Einschaltquoten, Umfragen, Daten von Set-Top-Boxen oder andere Messmethoden.
Streaming-Plattformen können eigene Betriebsdaten erfassen, wie zum Beispiel:
Beginnt
Haltestellen
Sehzeit
Abschlussquoten
Wiedergabefehler
Ereignisse zwischenspeichern
Gerätetyp
Betriebssystem
Geografische Informationen
Beliebtheit der Inhalte
Sitzungsdauer
Dadurch erhalten OTT-Anbieter einen wesentlich besseren Einblick in das Nutzererlebnis.
Eine Plattform kann beispielsweise feststellen, dass Zuschauer ein bestimmtes Video nach einigen Minuten abbrechen oder dass Wiedergabefehler vor allem bei einem bestimmten Gerätetyp auftreten.
Diese Informationen können direkt in Entscheidungen bezüglich Inhalte, Produkte und Infrastruktur einfließen.
8. Werbung: Traditionelles Fernsehen vs. Streaming
Die Werbung ist ein weiterer wesentlicher Unterschied.
Das Fernsehen wird in der Regel nach einem festen Zeitplan mit Werbepausen ausgestrahlt.
Ein Sender legt fest, an welcher Stelle innerhalb seines Programmplans Werbespots erscheinen, wobei er häufig auf vordefinierte Werbeplätze zurückgreift.
Streaming ermöglicht dynamischere Werbemodelle.
Je nach Plattform können Betreiber Folgendes unterstützen:
AVOD
FAST
Dynamische Anzeigeneinblendung
Gezielte Werbung
Programmatische Werbung
Werbeblöcke
Kontextbezogene Werbung
Anstatt dass jeder Zuschauer zwangsläufig genau dieselbe Werbung zu sehen bekommt, kann die Streaming-Infrastruktur dafür sorgen, dass verschiedene Nutzer oder Zielgruppensegmente unterschiedliche Anzeigen erhalten.
Dadurch lässt sich das Werbeinventar besser messen und möglicherweise an Wert gewinnen.
Allerdings bringt die Werbung im Streaming auch zusätzliche technische Komplexität mit sich. Ad-Server, VAST/VMAP-Workflows, SSAI oder CSAI, Tracking, Messung und Wiedergabekompatibilität werden alle Teil der Auslieferungsarchitektur.
9. Monetarisierungsmodelle
Der Rundfunk war in der Vergangenheit stark auf Werbung sowie – je nach Markt – auf Übertragungs- oder Abonnementvereinbarungen angewiesen.
Durch das Streaming hat sich die Zahl der MonetarisierungsoptionenOptionen, die den Inhabern von Inhalten zur Verfügung stehen.
SVOD
Bei „Subscription Video on Demand“ wird den Zuschauern eine wiederkehrende Abonnementgebühr berechnet.
AVOD
Bei werbefinanziertem Video-on-Demand können Zuschauer auf Inhalte zugreifen, ohne direkt dafür zu bezahlen, während die Plattform durch Werbung Einnahmen erzielt.
TVOD
Mit „Transactional Video on Demand“ können Nutzer einzelne Titel ausleihen oder kaufen.
FAST
Kostenloses, werbefinanziertes Streaming-Fernsehen kombiniert lineare Sender mit werbefinanziertem Streaming.
Hybrid
Viele moderne Dienste kombinieren mehrere Modelle.
Eine Plattform könnte beispielsweise Folgendes anbieten:
Kostenlose Nutzungsstufe → Werbung
Premium-Stufe → Abonnement
Premium-Inhalte → Kauf gegen Bezahlung
Diese Flexibilität ermöglicht es Medienunternehmen, ihre Monetarisierung auf verschiedene Zielgruppensegmente auszurichten.
10. Bereitstellung von Inhalten und Infrastruktur
Broadcast-Infrastruktur und Streaming-Infrastruktur lösen unterschiedliche technische Probleme.
Ein Rundfunksystem ist auf die zuverlässige Übertragung eines Signals über ein definiertes Verteilungsnetz ausgelegt.
Eine Streaming-Plattform muss eine vollständige Pipeline für die Bereitstellung von IP-Videos verwalten.
Eine vereinfachte Streaming-Architektur kann Folgendes umfassen:
Inhaltsquelle → Kodierung → Verpackung → Herkunft → CDN → Spieler
Zu den weiteren Komponenten können gehören:
DRM
Authentifizierung
Anspruchsverwaltung
Anzeigenplatzierung
Analytik
Inhaltsverwaltung
Transkodierung
Überwachung
API-Dienste
Anwendungsinfrastruktur
Streaming-Plattformen müssen zudem mit unterschiedlichen Netzwerkbedingungen zurechtkommen.
Die Bedingungen für einen Zuschauer, der über eine schnelle Glasfaserverbindung fernsieht, können sich erheblich von denen unterscheiden, die für jemanden gelten, der über ein überlastetes Mobilfunknetz fernsieht.
Streaming mit adaptiver Bitrate trägt zur Lösung dieses Problems bei, indem es dem Spieler ermöglicht, je nach verfügbarer Bandbreite und Wiedergabebedingungen zwischen verschiedenen Videodarstellungen zu wechseln.
11. Videoqualität
Das Fernsehen kann eine äußerst gleichbleibende Qualität bieten, da die Übertragungsumgebung strenger kontrolliert wird.
Die Streaming-Qualität wird beeinflusst durch:
Internetbandbreite
Netzüberlastung
WLAN-Leistung
Gerätefunktionen
CDN-Leistung
Kodierungseinstellungen
Verhalten der Spieler
Das Streaming mit adaptiver Bitrate sorgt für eine unterbrechungsfreie Wiedergabe, indem dynamisch zwischen verschiedenen Videoqualitäten gewechselt wird.
Eine Plattform kann mehrere Darstellungsformen desselben Inhalts bereitstellen, beispielsweise:
1080p
720p
480p
360p
Der Spieler wählt je nach den aktuellen Bedingungen eine geeignete Darstellung aus.
Dadurch ist Streaming äußerst flexibel, was jedoch auch bedeutet, dass das gesamte Seherlebnis von mehr Variablen abhängt.
12. Latenz: Wo das Fernsehen noch einen Vorteil hat
Die Latenz ist ein wichtiger Bereich, in dem der Vergleich differenzierter ausfällt.
Das herkömmliche Fernsehen kann eine sehr geringe und vorhersehbare End-to-End-Latenz erzielen.
Beim Streaming kam es traditionell zu zusätzlichen Verzögerungen, da die Inhalte die Phasen der Codierung, Paketierung, CDN-Bereitstellung, Pufferung und Wiedergabe durchlaufen.
Dies macht sich insbesondere bei Live-Sportübertragungen bemerkbar.
Ein Zuschauer, der ein Spiel über eine herkömmliche Fernsehsendung verfolgt, sieht ein Ereignis möglicherweise einige Sekunden früher als jemand, der dasselbe Ereignis über einen Internet-Stream verfolgt.
Die Latenz beim Streaming hat sich jedoch deutlich verbessert.
Techniken wie:
HLS mit geringer Latenz
DASH mit geringer Latenz
CMAF
Reduzierte Pufferung beim Abspielen
Optimierte CDN-Bereitstellung
kann erheblich reduzierenLive-Übertragung von delay.
Bei Anwendungen, bei denen Echtzeit-Interaktion eine wichtige Rolle spielt, sollte die Latenz daher eher als architektonische Anforderung betrachtet werden und nicht als unvermeidbares Merkmal des Streamings.
13. Zuverlässigkeit und Ausfallarten
Fernsehen und Streaming scheitern auf unterschiedliche Weise.
Bei einem Rundfunksystem können folgende Probleme auftreten:
Übertragungsgeräte
Satellitenverbindungen
Signalstörungen
Stromausfälle
Verbindungen zwischen Studio und Sender
Verteilungsinfrastruktur
Durch Streaming entsteht eine umfassendere IP-Übertragungskette.
Zu den potenziellen Schwachstellen zählen:
Origin-Server
Encoder
Verpacker
CDN-Infrastruktur
DNS
Authentifizierung
DRM
APIs
Spielerbewerbungen
Internetverbindung
Aus diesem Grund erfordern seriöse OTT-Betriebe eine Überwachung über den gesamten Workflow der Videoübertragung hinweg.
Eine Plattform kann über einen einwandfrei funktionierenden Ursprungsserver verfügen, während Zuschauer aufgrund eines Problems mit dem CDN, der Anwendung, dem DRM oder dem Netzwerk Probleme bei der Wiedergabe haben.
14. Interaktivität
Herkömmliche Rundfunkübertragung ist in erster Linie einseitig.
Streaming kann eine wesentlich interaktivere Beziehung zwischen der Plattform und ihrem Publikum fördern.
Je nach Anwendung können die Zuschauer auf folgende Weise interagieren:
Live-Chat
Umfragen
Reaktionen
Beobachtungslisten
Bewertungen
Individuelle Empfehlungen
Inhalte teilen
Interaktive Überlagerungen
Erlebnisse mit mehreren Kameras
Dies ist besonders wertvoll für Live-Veranstaltungen, Sport, Bildung, Gaming und von der Community erstellte Inhalte.
Durch das Streaming wird das Video somit von einem rein passiven Medium zu einem interaktiveren digitalen Produkt.
15. Entdeckung von Inhalten
Das Fernsehen stützt sich traditionell auf Sender und elektronische Programmführer.
Streaming-Plattformen können eine wesentlich umfangreichere Entdeckungsfunktion bieten.
Benutzer können nach folgenden Kriterien suchen:
Titel
Schauspieler
Genre
Kategorie
Sprache
Sammlung
Stichwort
Plattformen können Inhalte auch in Zeilen anordnen, beispielsweise wie folgt:
Aktuelle Trends
Weiter ansehen
Weil du dir das angesehen hast
Neuerscheinungen
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Empfehlungen für Sie
Dadurch gewinnen die Benutzeroberfläche und die Metadatenarchitektur für den Erfolg von OTT zunehmend an Bedeutung.
Eine umfangreiche Inhaltsbibliothek ist nicht besonders wertvoll, wenn die Nutzer nicht schnell finden können, was sie suchen.
16. Rechtliche und lizenzrechtliche Aspekte
Sowohl der Rundfunk als auch das Streaming unterliegen gesetzlichen und behördlichen Auflagen, doch die konkreten Herausforderungen können sich unterscheiden.
Sender beschäftigen sich möglicherweise intensiv mit folgenden Themen:
Frequenzvorschriften
Rundfunklizenzen
Anforderungen an lokale Inhalte
Werbevorschriften
Übertragungsregeln
Streaming-Plattformen stehen häufig vor folgenden Herausforderungen:
Gebietsbezogene Inhaltsrechte
Datenschutz
Plattformvorschriften
Altersbeschränkungen
Inhaltsmoderation
Einhaltung der Werberichtlinien
Digitale Rechteverwaltung
Für internationale Streaming-Dienste sind geografische Rechte von besonderer Bedeutung.
Eine Plattform kann die Berechtigung haben, eine bestimmte Sendung in einem Land zu streamen, in einem anderen jedoch nicht.
Daher hängt die weltweite Verfügbarkeit von Streaming-Diensten nicht nur von der technischen Infrastruktur ab.
17. Was ist kostengünstiger?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Rundfunk kann äußerst effizient sein, wenn es darum geht, denselben Inhalt an ein sehr großes Publikum innerhalb eines bestimmten geografischen Gebiets zu übermitteln.
Streaming kann flexibler sein, da Unternehmen zunächst auf bestimmte Märkte, Geräte, Inhaltskategorien und Monetarisierungsmodelle konzentrieren können.
Die Streaming-Kosten können jedoch steigen, wenn:
Videospeicher
Transkodierung
CDN-Datenverkehr
DRM
Anwendungsentwicklung
Überwachung
Kundensupport
Drittanbieter-Dienste
Der richtige Vergleich besteht daher nicht einfach nur aus den Kosten für das Fernsehen im Vergleich zu den Kosten für das Streaming.
Unternehmen sollten die Gesamtkosten für die Bereitstellung, die Monetarisierung und den Betrieb des von ihnen gewählten Videodienstes vergleichen.
18. Rundfunk vs. Streaming für verschiedene Anwendungsfälle
Anwendungsfall | Bessere Passform | Warum |
Nationaler Fernsehsender | Rundfunk | Effiziente Massenverteilung |
Globale VOD-Plattform | Streaming | Flexibilität hinsichtlich Bedarfsdeckung und geografischer Verteilung |
Live-Sport | Beides | Fernsehen sorgt für Reichweite, Streaming für Flexibilität |
TV-Nachholprogramm | Streaming | Ein natürliches, zeitversetztes Erlebnis |
FAST-Service | Streaming | Lineare Kanäle plus digitale Werbung |
Öffentliche Notfallinformationen | Fernsehen + Streaming | Breite Reichweite und Redundanz |
Nischeninhalte | Streaming | Einfachere Zielgruppenansprache |
Premium-OTT-Dienst | Streaming | Abonnement und Personalisierung |
Lokales terrestrisches Fernsehen | Rundfunk | Etablierte lokale Infrastruktur |
Wiedergabe auf mehreren Geräten | Streaming | Native IP-Bereitstellung |
Äußerst interaktive Inhalte | Streaming | Fähigkeiten zur digitalen Interaktion |
Die beste Strategie für viele Medienunternehmen besteht daher darin, sich nicht ausschließlich für ein einziges Modell zu entscheiden.
Es werden sie kombiniert.
19. Warum Sender zunehmend auf Streaming setzen
Der Aufstieg des Streamings bedeutet nicht zwangsläufig, dass traditionelle Rundfunkanbieter verschwinden.
Stattdessen entwickeln sich viele Rundfunkanstalten zu hybriden Medienunternehmen weiter.
Ein traditioneller Sender kann seinen linearen Fernsehkanal beibehalten und gleichzeitig Folgendes hinzufügen:
OTT-Apps
Live-Streaming
VOD-Bibliotheken
TV-Nachholprogramm
Individuelle Empfehlungen
Digitale Abonnements
Gezielte Werbung
FAST-Kanäle
Dadurch entsteht ein Modell, das Rundfunk und Streaming kombiniert.
Das Fernsehnetzwerk ist nach wie vor nützlich für die gleichzeitige Verbreitung an ein Massenpublikum, während Streaming die Zugänglichkeit, Personalisierung, Analyse und Monetarisierungsmöglichkeiten erweitert.
Für etablierte Medienunternehmen kann dieser Ansatz zudem das Risiko verringern, bestehende Zielgruppen zu vernachlässigen, während sie gleichzeitig schrittweise eine digitale Zielgruppe aufbauen.
20. Die Rolle von OTT-Plattformen
Die OTT-Technologie bietet die erforderliche Infrastruktur, um die Bereitstellung von Internetvideos zu einem umfassenden, auf den Verbraucher ausgerichteten Dienst zu machen.
Ein modernes OTT-Plattformm kann Content-Management zur Organisation und Veröffentlichung von Videos, Transkodierung und Packaging zur Aufbereitung von Inhalten für verschiedene Streaming-Umgebungen sowie die Bereitstellung über ein CDN zur effizienten Verbreitung von Videos vereinen, DRM zum Schutz von Premium-Inhalten, Anwendungen zur Bereitstellung des Nutzererlebnisses auf allen unterstützten Geräten, Analysen zur Erfassung des Nutzerverhaltens und der Wiedergabeleistung sowie Monetarisierungslösungen zur Unterstützung von Abonnements, Werbung, Transaktionen oder Hybridmodellen.
Für Unternehmen, die sich vom traditionellen Rundfunk abwenden, besteht die Herausforderung daher nicht einfach darin, „Fernsehen ins Internet zu bringen“.
Das Unternehmen baut ein umfassendes digitales Video-Ökosystem auf.
Fernsehen oder Streaming: Was sollten Sie wählen?
Die Antwort hängt vom Geschäftsmodell ab.
Entscheiden Sie sich für den Rundfunk, wenn Ihre Hauptanforderung die gleichzeitige Verbreitung an ein Massenpublikum in einem definierten geografischen Gebiet ist und Ihre Inhaltsstrategie auf lineare, festgelegte Sendezeiten ausgerichtet ist.
Entscheiden Sie sich für Streaming, wenn Sie On-Demand-Zugriff, die Bereitstellung auf mehreren Geräten, Personalisierung, detaillierte Analysen, flexible Monetarisierung oder internationalen digitalen Vertrieb benötigen.
Entscheiden Sie sich für beides, wenn Sie ein etablierter Sender sind, der das lineare Fernsehen beibehalten und gleichzeitig in den OTT-Bereich expandieren möchte.
Für viele moderne Medienunternehmen ist die sinnvollste Strategie nicht die Entscheidung zwischen Rundfunk und Streaming.
Es handelt sich um Rundfunk und Streaming.
Das Fernsehen ist nach wie vor ein leistungsstarkes Medium für die lineare Verbreitung in großem Maßstab. Streaming bietet zusätzlich Flexibilität, Personalisierung, Messmöglichkeiten und direkten digitalen Zugang zum Publikum.
Der Wettbewerbsvorteil ergibt sich zunehmend aus der Kombination der Stärken beider Modelle, während den Zuschauern gleichzeitig mehr Kontrolle darüber gegeben wird, wie, wann und wo sie fernsehen.
Häufig gestellte Fragen
Ersetzt Streaming den Rundfunk?
Nicht ganz. Streaming verändert zwar die Art und Weise, wie das Publikum Videos konsumiert, doch der Rundfunk spielt nach wie vor eine wichtige Rolle für Live-Fernsehen, Massenverbreitung, Sport, Nachrichten und andere lineare Programme. Viele Medienunternehmen betreiben mittlerweile sowohl Rundfunk- als auch Streaming-Dienste.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Rundfunk und Streaming?
Beim Rundfunk werden vor allem festgelegte Inhalte über terrestrische, Satelliten- oder Kabelnetze ausgestrahlt. Beim Streaming werden Videos über IP-Netzwerke übertragen, wobei Live-Übertragungen, On-Demand-Inhalte, Catch-up-Dienste und personalisierte Inhalte unterstützt werden können.
Ist Streaming besser als Rundfunk?
Keines der beiden Modelle ist grundsätzlich besser. Streaming bietet mehr Flexibilität und Personalisierung, während Rundfunk eine äußerst effiziente Massenverbreitung und eine vorhersehbare Live-Übertragung ermöglicht. Welches Modell das geeignete ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Kann ein Sender auch Streaming anbieten?
Ja. Rundfunkanbieter können ihre bestehenden Content-Aktivitäten durch Live-Streaming, VOD, Catch-up-Dienste und spezielle Anwendungen für Smart-TVs, mobile Geräte und das Internet auf den OTT-Bereich ausweiten.
Braucht man für Streaming eine Internetverbindung?
Ja. Videostreams werden über ein IP-Netzwerk übertragen, in der Regel über das öffentliche Internet oder ein verwaltetes IP-Netzwerk. Die Wiedergabequalität hängt zum Teil von der Netzwerkverbindung des Zuschauers ab.
Was hat eine geringere Latenz: Rundfunk oder Streaming?
Herkömmliche Rundfunkübertragungen weisen in der Regel eine geringere und besser vorhersehbare Latenz auf. Moderne Streaming-Technologien mit geringer Latenz können diesen Unterschied jedoch erheblich verringern, insbesondere bei Live-Sportübertragungen und anderen zeitkritischen Anwendungen.
Inwiefern ermöglicht Streaming bessere Analysen?
Streaming-Plattformen können detaillierte Erhebungsdaten über Wiedergabesitzungen, die Nutzungsdauer, Wiedergabefehler, Gerätetypen und die Interaktion mit Inhalten erfassen. Dies verschafft den Betreibern wesentlich detailliertere Einblicke in das digitale Nutzungsverhalten.
Können Streaming und Rundfunk dieselben Inhalte verwenden?
Ja. Ein Medienunternehmen kann dieselbe Sendung sowohl über Rundfunk- als auch über Streaming-Kanäle ausstrahlen, sofern es über die erforderlichen Ausstrahlungsrechte und technischen Abläufe verfügt.
Ersetzt Streaming den Rundfunk?
Nicht ganz. Streaming verändert zwar die Art und Weise, wie das Publikum Videos konsumiert, doch der Rundfunk spielt nach wie vor eine wichtige Rolle für Live-Fernsehen, Massenverbreitung, Sport, Nachrichten und andere lineare Programme. Viele Medienunternehmen betreiben mittlerweile sowohl Rundfunk- als auch Streaming-Dienste.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Rundfunk und Streaming?
Beim Rundfunk werden vor allem festgelegte Inhalte über terrestrische, Satelliten- oder Kabelnetze ausgestrahlt. Beim Streaming werden Videos über IP-Netzwerke übertragen, wobei Live-Übertragungen, On-Demand-Inhalte, Catch-up-Dienste und personalisierte Inhalte unterstützt werden können.
Ist Streaming besser als Rundfunk?
Keines der beiden Modelle ist grundsätzlich besser. Streaming bietet mehr Flexibilität und Personalisierung, während Rundfunk eine äußerst effiziente Massenverbreitung und eine vorhersehbare Live-Übertragung ermöglicht. Welches Modell das geeignete ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Kann ein Sender auch Streaming anbieten?
Ja. Rundfunkanbieter können ihre bestehenden Content-Aktivitäten durch Live-Streaming, VOD, Catch-up-Dienste und spezielle Anwendungen für Smart-TVs, mobile Geräte und das Internet auf den OTT-Bereich ausweiten.
Braucht man für Streaming eine Internetverbindung?
Ja. Videostreams werden über ein IP-Netzwerk übertragen, in der Regel über das öffentliche Internet oder ein verwaltetes IP-Netzwerk. Die Wiedergabequalität hängt zum Teil von der Netzwerkverbindung des Zuschauers ab.
Was hat eine geringere Latenz: Rundfunk oder Streaming?
Herkömmliche Rundfunkübertragungen weisen in der Regel eine geringere und besser vorhersehbare Latenz auf. Moderne Streaming-Technologien mit geringer Latenz können diesen Unterschied jedoch erheblich verringern, insbesondere bei Live-Sportübertragungen und anderen zeitkritischen Anwendungen.
Inwiefern ermöglicht Streaming bessere Analysen?
Streaming-Plattformen können detaillierte Erhebungsdaten über Wiedergabesitzungen, die Nutzungsdauer, Wiedergabefehler, Gerätetypen und die Interaktion mit Inhalten erfassen. Dies verschafft den Betreibern wesentlich detailliertere Einblicke in das digitale Nutzungsverhalten.
Können Streaming und Rundfunk dieselben Inhalte verwenden?
Ja. Ein Medienunternehmen kann dieselbe Sendung sowohl über Rundfunk- als auch über Streaming-Kanäle ausstrahlen, sofern es über die erforderlichen Ausstrahlungsrechte und technischen Abläufe verfügt.
Fazit
Das Fernsehen schuf die Grundlage für die Massenverbreitung von Fernsehprogrammen. Durch Streaming wird dieses Modell auf eine flexiblere, besser messbare und interaktivere digitale Umgebung ausgeweitet.
Der entscheidende Wandel besteht nicht einfach darin, von einer Technologie zur anderen zu wechseln. Es handelt sich vielmehr um einen Wandel von einem starren Vertriebsmodell hin zu einem Ökosystem, in dem die Zuschauer selbst entscheiden können, was sie sich ansehen, wann sie es sich ansehen und welches Gerät sie dafür nutzen.
Für Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen könnte die beste langfristige Strategie daher darin bestehen, die Stärken des Rundfunks zu bewahren und gleichzeitig OTT- und Streaming-Technologien zu nutzen, um darauf aufbauend einen flexibleren digitalen Dienst zu entwickeln.
Für Unternehmen, die einen OTT-Dienst einführen oder ausbauen möchten, Vodlix bietet die Infrastruktur für die Bereitstellung von Live- und On-Demand-Videos über markenspezifische Streaming-Plattformen und unterstützt Medienunternehmen dabei, über die traditionelle Verbreitung hinauszugehen, ohne den gesamten OTT-Technologie-Stack von Grund auf neu aufbauen zu müssen.